Idaho „The Lone Gunman“ (aus INTRO # 135)


Der flache Einstieg: Kommt Jeff Martin zum Psychiater. Sagt der: „Sie leiden also unter Schwermut.“ Antwortet Martin: „Wie kommen Sie denn darauf? Ich genieße sie!“

In anderen Worten: Kaum zu fassen, wie dieser Melancholiker vor dem Herrn immer wieder solche Seufzer von Songs in den Abendhimmel entlässt, alter Schwerenöter der… Inzwischen scheint er auch allein in Idaho zu sein, was aber seine Laune nicht wesentlich verschlechtert hat. Wobei ja eben ohnehin von schlechter Laune bei Idaho nicht ausgegangen werden sollte. Immer ist es das zwar schmerzliche, aber doch stets schwelgerische Auskosten unerfüllter Sehnsüchte. Und diesmal erlaubt er sich sogar ein schelmisches „You Flew“, wo die Basslinie von einer Tuba, gespielt vom einzigen Gastmusiker dieses Albums, in Quintschritten ausgeführt wird. Auch sonst erschließen sich Idaho immer wieder neue Facetten des Melancholischen. Die einst prägenden singenden Feedback-Schlieren sind auf „The Lone Gunman“ zurückgetreten, wirken eher hintergründig, wenn sie aber nach vorn kommen, wie in „Where The Canyon Meets The Stars“, dann kommen sie gewaltig. Verstärkt spielt Martin Klavier, wirft auch mal eine Beatbox und den Computer an, ganz dezent. Und dann ist da natürlich immer noch diese Stimme, reif, brüchig, dunkel. Es wird (mal wieder) Zeit, Idaho zu entdecken.

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