Was macht eigentlich Gary Floyd?


BLACK KALI MA

„You Ride The Pony (I’ll Be Your Bunny)“

Mit Platten von Gary Floyd, zumindest denen, die er nach den Dicks gemacht hat, und erst recht denen nach Sister Double Happiness ist das ja so eine Sache, weil der Rock, den seine jeweilige Band spielte, stets eine ausgeprägte Tendenz zur Unspektakularität zu haben pflegte, oft eine geradezu gefährliche Nähe zu verschnarchtem Bluesrock aufwies, dass Leuten, die sich was auf ihren Punkrock-Geschmack einbilden, so gar nicht aufgehen will, was daran Besonderes sein könnte. Und sie bemerken nicht die Momente ergreifender Schönheit, die auch hier, auf der ersten Platte von Floyds neuer Band zu finden sind. Zugegeben: Diese Momente sind meist rar gesät. Wenn Floyd aber beispielsweise auf seinem ’96er-Album ‚In A Dark Room‘singt: „I moved in line with your rejected ones…”, dann hat das so dermaßen Soul, dann ist das ein völlig ausreichender Grund, sich auch durch ‚You Ride The Pony (…)‘ zu kämpfen, um diese raren Momente zu suchen. Diesmal sind sie ganz sicher in ‚Wonderful‘ aufgehoben, in der Bridge von ‚Remain Awesome‘ und vielleicht in ‚Price We Pay‘. Und wahrscheinlich werden auch diesmal lediglich eine kleine Schar Gesalbter und Biafra wissen, warum sie einer Platte Gehör schenken sollten, die ganz ohne jede Ironie Kali gewidmet ist.

(aus INTRO # 73)

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