20.000 roads I went down, down, down…


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San Diego… Meine alte Freundin Helene schreibt, ich solle mich da bloß schnell wieder verziehen. San Diego sei gut für Rentner und deren Eltern. Viel gesehen haben wir nicht. Den Hafen, den Sonnenuntergang. Klein Italien und den Gaslamp District, bevor es dort so zugeht wie auf dem Broadway in Nashville (ohne Country) oder auf der Reeperbahn (ohne Rotlicht).

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Am nächsten Morgen dann auf die Autobahn nach Encinitas, um Greg Davis im Bull Taco zu treffen, einem „Inauthentic Mexican“, der von einem ehemaligen Schlagzeuger seiner Band betrieben wird. Der wiederum ist so nett, uns mit einer tollen Taco-Auslese zu beglücken: Wildschwein und Ente finden sich unter anderem auf den Tellern. Greg hat uns stapelweise Presseausschnitte mitgebracht und das Gesamtwerk seiner Band gebrannt.

Nach dem Essen fahren wir nach Oceanside ins Thunderbird Studio seines Kumpels Thomas, der auf analogem Equipment unter anderem Blood On The Saddle aufgenommen hat – und natürlich seine eigene Band, die Paladins. Sehr interessanter Typ. Das Interview mit Greg Davis ist ziemlich deep. Immer wieder greift er zur Gitarre, um zu demonstrieren, was er gerade erklärt hat, und tischt teils unglaubliche Geschichten auf.

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Am frühen Abend suchen wir uns ein Motel. Die nächsten Tage sitzen wir viel im Auto und lassen dieses romantisch aufgeladene Kalifornien an uns vorüberziehen. Los Angeles, Hollywood, die Tehachapi Mountains, Lake Pyramid, die Fahrt hinunter ins große Tal, Richtung Bakersfield bis nach Paso Robles. Und immer diese ganzen alten Lieder im Kopf…

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Von Paso Robles aus fahren wir dann – endlich – an die Küste, den Highway 1 nach Norden, schauen Seeelefanten an und sehen in der Ferne einen Wal, der uns mit der Hinterflosse winkt. Ungelogen. In Big Sur machen wir Pause, schauen uns das Henry Miller Memorial an, wo ich feststellen muss, dass es auch in Big Sur Bluegrass-Bands gibt.

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Der Tag endet auf einer ernüchternden Note. In Salinas (Kris Kristoffersons „Me & Bobby McGhee“ im Sinn) finden wir das uns empfohlene Thai-Restaurant nicht und landen in einem sogenannten Family Restaurant, in dem uns more or less der Appetit vergeht. Bei der Motelsuche gab es noch einen David-Lynch-Moment. Das Inn schien vorwiegend von Transvestiten, Bodybuildern und Junkies bewohnt zu sein, was wir bei einem kleinen Inspektionsgang sahen, der uns dann doch weiterfahren ließ.

Morgen Monterey. Steinbeck Country.

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