Steeped in history


1.8.

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Am Donnerstagabend dann also endlich die Mother Church of Country Music: das Ryman Auditorium. Eine zwiespältige Erahrung. Ich fühle mich an Joan Baez erinnert, die einmal, nachdem sie in einem Studio in Nashville aufgenommen hatte, davon sprach, wie es war, in einem Raum mit Menschen zu sein, die sie ansonsten umstandslos aufegknüpft hätten. Zumindest hab ich die Geschichte so in Erinnerung. Beim Konzert von Ricky Skaggs jedenfalls, der viel von Gott spricht und davon, dass Liebe zwischen Männern im Bluegrass keinen Platz habe, schaue ich mich um und denke, dass ich mit dem größeren Teil des Publikums möglichst wenig zu tun haben möchte. Auch wenn sich durchaus auch ein paar Hipster eingefunden haben. Die Musik ist zumindest teilweise tatsächlich grandios.

Den Tag haben wir damit verbracht, in East Nashville, Hipsterhausen, eine Lap Steel zu kaufen, ein Interview mit zwei entzückenden Ladies zu machen, die „Fanny’s“ betreiben, einen Musikladen mit Musikschule und einem Raum mit Vintage Clothing. Danach sind wir mit Roni Stoneman verabredet, Tochter von Ernest „Pop“ Stoneman, der wiederum einer der ersten Hillbillies war, die eine Platte aufnahmen, damals in den 20er Jahren. Und er war der, der Ralph Peer damals nach Bristol lockte, wo der unter anderem die Carter Family und Jimmie Rodgers aufnahm…

Knietief in Geschichte.

Im Ernest Tubb Record Store beim Opryland, am Music Valley Drive treffen wir sie, später nimmt sie uns noch mit nach Hause, um uns die Walze mit „The Sinking of the Titanic“ vorspielt. Von 1924. Meine Güte, das ist 90 Jahre her, oder?

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Ein paar Stunden vorher, bei Fanny’s, schneit dann auch noch Chris Scruggs herein, mit seinem Jüngsten und seiner Mutter, Gail Davies, in den 70ern und 80ern nicht ganz erfolglose Sängerin und laut Wikipedie die erste Produzentin in der Geschichte der ländlichen Musik. Scruggs, natürlich ein Enkel von Bluegrass-Legende Earl Scruggs, treffen wir dann am Montag. Die Wege in Nashville sind offenbar kurz, hat man sich erstmal am Broadway vorbeigequält.

Aber jetzt erstmal: zur Freitagssession nach Rosine, Kentucky, und am Samstag fahren wir nach Bristol zur Eröffnung des „Birthplace of Country Music“-Museums, unter anderem mit einem Auftritt von Ralph Stanley – ich kann das alles gerade kaum fassen…

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