Vor zehn Jahren


… kam folgende Schönheit heraus:

MOTORPSYCHO PRESENTS – ‚The International Tussler Society‘ CD&DVD

Anders als bei der im letzten Jahr wiederveröffentlichten ersten Tussler-Platte gibt es hier beinahe ausschließlich Originale, vorwiegend von Charlie Bob Bent alias Bent Saether geschrieben. Die Ausnahme kommt aus der Familie: „The Skies Are Full Of … Wine?“, seinerzeit auf der „Ozone“-EP enthalten. Stlistisch geht es zu wie auf dem Fake-Soundtrack: Bluegrass, Folk, Country-Rock, Southern Rock (wieder diese unglaublich schönen Twin-Leadgitarren, wie sie die Allman Brothers Band seinerzeit erfand, in vollendetem Zweiklang golden perlend). Aus jedem Ton sprudelt die Liebe für die Originale, Snakebite Ryan (Snah) spielt traumhaft stilsichere Licks, Steelguitar-Virtuose K. K. Karlsen webt silbrige Stahlfäden, „Duellin‘ Flint“ Gebhardt zupft das Banjo, zwei Schlagzeuge (wieder die Allman Brothers, aber auch Grateful Dead im Sinn) treiben sanft pulsierend voran, dass es nur so eine Freude ist. Die zweifelhaften Implikationen von derlei Musik (i.e.: ein gewisser rotnackiger Konservatismus) sind dabei so unerheblich, dass man genauso gut seine Späße damit treiben kann. Klischees wie das Lamento „The West Ain’t What It Used To Be“ und „That Ol‘ White Line“ gehören als Konvention zum Inventar, wie sie ironisch gebrochen romantisch verklärt werden. Begleitet wurde die Tussler Society von einem Kamerateam, das den Aufnahmeprozess festhielt und eine Dokumentation daraus bastelte. Dazu gibt es noch den Clip zu „Satan’s Favourite Son“ und einen Strauß Überraschungen.

(für TRUST #108)