Vor zehn Jahren


schrieb ich meine letzten Plattenbesprechungen für den BREMER. Mit dabei: „Songs For The Exhausted“ von Naked Lunch:

naked lunch /songs for the exhausted

motor /universal

Manche Platten kommen wie ein Brief von alten Bekannten nach langer Stille. Manchmal ist man – wie hier – beunruhigt, weil die Mitteilung verstörend ist. „Songs For The Exhausted“ ist ganz wörtlich gemeint. Die Songs sind düster, der Optimismus früherer Zeiten dahin. Schon der Opener „God“ schleppt sich dahin, die Stimme bricht. Und trotz der Abkehr von der alten Rock’n’Roll-Schule ist das hier das offensivste, stringenteste Album der Band. In der musikalischen Methode (melancholische Songs, elektronische Instrumente, eine Schar befreundeter Gastmusiker) sind die Lieder für Erschöpfte am ehesten The Notwist verwandt, die einen Parallelweg gehen, der distanzierter von der eigenen Befindlichkeit ist. Naked Lunch geben sich Blößen. Das macht die berührende Intensität dieses wunderschönen Albums aus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s