Vor zehn Jahr ins TRUST geheult


Zurück in der Tretmühle

 

Frühstück mit Blaubeerpfannkuchen und „Exile On Main Street“. An A. gedacht, wegen der Blaubeerpfannkuchen. Und an das Diner, das es hier mal beim Bahnhof gab, wo sie allen Ernstes „American Pancake Italian“ verkauften. Jetzt hat der Herbst wirklich begonnen. Dazu kam, dass ich an diesem Morgen überraschend einen Namen in der Zeitung las, deren Trägerin im Zusammenhang mit einigen der besten und einer der härtesten Zeiten meines Lebens steht. Als Stimme des „Sozialplenums“ wollte sie mit einem „heterogenen“ Bündnis den Kampf gegen die Sozialreformen der Regierung aufnehmen. Es mag sarkastisch klingen, wenn ich solches schreibe. Aber das ist gar nicht gemeint. Zumindest nicht nur. Es traf genau an jenem Morgen ins Zentrum jener meiner Gedanken, die ich mir nur am Rande mache: Wofür Analyse und Kritik? Der oberste Grund für die meisten Unannehmlichkeiten, die meisten Schäden, die nicht nur ich zu gewärtigen habe. Welche Konsequenzen sind aus der leicht zu ermittelnden Tatsache zu ziehen, dass ich objektiv durchaus Interesse daran habe, weil ich an den Folgen leide?

Und dann ist es ja nicht zuletzt auch die gegenwärtige Reform, gegen die natürlich auch (noch) keine Demonstration gewachsen ist, die aber doch einen Gegenstand bietet, mit dem gegen diesen Staat agitiert werden könnte. Sich hinzustellen und zu konstatieren, dass alle Welt schluckt und schluckt, bedeutet nicht, dass man selbst schlucken muss, auch wenn das nicht bedeutet, es bliebe einem bei Einsicht auch gleich etwas anderes übrig – vorerst. Ach, die Welt, sie ist nicht einfacher geworden. Auch nicht langweiliger. Nur härter.

Die Konsequenz…. Am Küchentisch kurz die Blues bekommen, als dann auch noch „Basilica“ von Jawbreaker lief.

Spiegel Online meldete:

 

Sozialverbände drohen mit Wahlboykott

Die Bundesregierung erntet für die am Wochenende beschlossenen Einschnitte in die Renten harsche Kritik. Die Gewerkschaften erwägen Proteste, der Chef des Sozialverbandes VdK droht unverhohlen: „Ich kann den 20 Millionen Rentnern nur raten, sich ihre Stimmzettel genau anzusehen.“

 

Was sie da wohl bei der genauen Ansicht finden werden, unsere Rentner, die doch schon seit über 60 Jahren in der absoluten Mehrheit ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen? Immerhin gibt es in den Gewerkschaften noch Menschen, die ab und zu gute Ideen haben.

 

Neulich fiel mir zum ersten Mal auf, wie schön überhaupt der Text von „Tiny Ugly World“ ist. Wahrscheinlich hatte ich nie darüber nachgedacht. Nicht zuletzt bekommt der natürlich noch eine spezielle Pointe im Licht der Casting-Shows dieser Tage.

 

Spotlights gleam across a starsearch nation

A million cries of „me“ drown out the cruel frustrations

Of a normal life

It’s a different kind of thinking

A whole new way of telling lies ‚til they’re true

When you’re waiting for the light

 

And we’re all waiting for the same light these days

A job well done is not enough

Without a front page photograph

Death comes quickly to the poor and obscure

Booby prizes for the kind and unsure

When they’re standing in the light.

 

40 channels of a daydream simulation

Help me to forget myself and raise my expectations

Of a better life

I’m ready to be special now

Get what I deserve and shine for an hour

Standing in the light [singen tut er: Just waiting for the light]

 

And it would help help if you could die

Something fast and tragic at an early age

Guilty soon as you try

Get a sense of history

Put yourself on the page.

It’s an ugly sight

When everybody’s on the stage.

 

She’s got the face to launch a thousand supersonic jets,

A waitress in another life, how easy she forgets

Looks back with a sigh at simpler days

She’s not ungrateful,

Just caught up in the chase

Still waiting for the light.

 

Think of me!

 

(…)

(Alice Donut – Tiny Ugly World)

 

Es ist Sonntag. Und es kann einen ganz schön fertigmachen, seinen Blues spazieren zu führen. Marodierende Kinderwagenschieber und Hundebesitzer, die das ganze Land mit Hundekot überziehen wollen, drängen sich auf den Parkwegen und unten am Fluss. Und als hätten sie sich verabredet, trifft man jedes Mal eine neue frischgebackene Mutter, die man noch von früher kennt. Überraschend ist das nicht mehr. Aber schön auch nicht gleich. Andererseits sagte mal ein Freund, er finde das nicht schlimm. Jemand müsse schließlich seine Rente zahlen. Der alte Optimist, der er nicht ist … Immerhin hat er noch Humor.

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