Vor zehn Jahren


kündigte ich ein Konzert mit Joey Burns & Friends im Sendesaal an

taz Bremen 29.1.2003

Exklusiver Genuss

Joey Burns & Friends spielen im Sendesaal

Eine Erfolgsgeschichte: Joey Burns und John Convertino beschlossen, neben ihrer Hauptband Giant Sand, bei der sie als Begleiter von Howe Gelb fungierten, und nach Friends Of Dean Martinez ein gemeinsames Projekt zu initiieren.

1995 nahmen sie ein erstes Album auf, noch unter dem Namen Spoke, den sie später gegen Calexico eintauschten: der Name einer Grenzstadt zwischen Mexiko und den USA, nun der Name einer Band, die in ihrer Musik Spielweisen von beiden Seiten dieser Grenze amalgamiert und in ihren Songs von den Folgen dieser Einrichtung staatlicher Gewalt singt. „Spoke“ – so der Titel jenes ersten Albums – spielt herum an Country, Blues, Walzer, Mariachi, Jazz, Field Recordings, Singer/Songwriter-Folk. Ein beeindruckendes Patchwork, erschienen beim deutschen Indie-Label Hausmusik.

„Black Light“ und „Hot Rail“, die folgenden Alben, machten aus dem Nebenprojekt einen Vollzeitjob. Mit dem am 10. Februar erscheinenden „Feast Of Wire“ werden Calexico wohl endgültig zum Konsensphänomen: Geradezu klassisch das Songwriting, üppig die Arrangements da, wo es ihnen wohl ansteht, und wo nicht, aufs Notwendige reduziert, gleichzeitig immer noch verschrobene Miniaturen eingeflochten, die Themen so – scheinbar -ewig wie der Alltag der hart arbeitenden Menschen aus dem Süden Nordamerikas.

Darüber werden Sie noch Bände lesen können. Der Besuch des Seendesaals von Radio Bremen wird indes ein ganz exklusives Ereignis sein. Hier spielt Joey Burns, Calexicos Sänger und Multiinstrumentalist, mit Martin Wenk und Volker Zander ein exklusives Trio-Konzert, bevor die reguläre Band-Tournee folgt. Eine werkgetreue Aufführung von „Feast Of Wire“ ist am Donnerstag nicht zu erwarten, eher, dass die Musiker die Gelegenheit nutzen, aus dem Material Neues zu gestalten. Ganz wie Burns und Convertino auf ihrer Mini-Tour im Dezember, als sie zu zweit ebensoviele Shows unter dem Namen Spoke spielten. Das Skizzenhafte, die Improvisation – hier war wieder zu hören, was am Anfang stand. Bei Menschen wie diesen ein Genuss.

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