Vor zehn Jahren


erkor ich folgende Alben für den Rezensionsteil des BREMER:

queens of the stone age /songs for the deaf

motor /universal

Unaufhaltsam, mit brachialer Eleganz arbeiten sich Queens Of The Stone Age weiter in ihren eigenen Sound-Kosmos hinein. Mit Dave Grohl (Nirvana), Mark Lanegan (Screaming Trees), Dean Ween (Ween), Blag Dahlia (Dwarves) und den alten Freunden aus der Wüste um Palm Springs schufen die Zeremonienmeister Nick Oliveri und Josh Homme ein Album, das rauer und härter als „Rated R“ ist, gleichzeitig aber auch schillernder, bombastischer – und smarter als alles, was sich derzeit unter dem Label Stoner Rock tummelt. QOTSA können über sich selbst und ihren 2000er „Feel Good Hit Of the Summer“ lachen, weil sie wissen, dass das erst der Anfang war. Wenn sie nicht verglühen (Oliveri scheint in letzter Zeit bedenklich abgenommen zu haben), werden sie die größte Hardrockband der nächsten zehn Jahre sein.

P.S.: Alfredo Garcia, einst mit Homme und Oliver bei Kyuss, bereitet derzeit mit seiner ca. fünften Band „Hermano“ mal wieder zum ebensovielten Mal das alte Rezept auf und beantwortet so nebenbei die Frage, warum es mit Kyuss nicht weitergehen konnte.

sparta /wirestrap scars

motor /universal

Die Frage stellen, heißt sie beantworten: Kann man über Sparta schreiben, ohne über At The Drive-In zu reden? Man könnte, aber damit machte man es sich unnötig schwer, verhält sich doch die Zerfallsmasse der zu früh zerbrochenen Band wie erwartet: Mars Volta mit den beiden Lockenköpfen Cedric und Omar gehen in Richtung Progrock, viel weiter, als es ATDI taten. Sparta, der andere Nachfolger, spürt dem Pop-Appeal der alten Band nach. Nach der etwas zu aufgeblasenen EP „Austere“ ist „Wirestrap Scars“ ein beachtliches Album geworden. Kraftvoll aber nie überladen legen Sparta den Akzent auf die Melodie – mit jener melancholischen Wut vorgetragen, die vielleicht die einzige Gemeinsamkeit dieses ganzen Emo-Dingens ist. Dabei kommen sie – wie bereits ATDI – den Bands musikalisch nahe, die als erste mit erwähntem Etikett versehen wurden: Fugazi und Konsorten nämlich (Man höre nur „Mye“). Lediglich, dass sie die Spannung nicht über die volle Albumlänge halten können, könnte eingewendet werden. Ansonsten: ein souveränes Album.

willy schwarz /metamorphoses

knitting factory /import

Vor etwa einem halben Jahr war Wahl-Bremer Willy Schwarz unser „Bremer des Monats“. Damals war gerade sein zweites Solo-Album erschienen. „Metamorphoses“ ist nun kein eilig nachgeschobenes reguläres Werk, sondern ein Album mit Theatermusik. „Metamorphoses“ ist der Titel eines der drei Stücke von Mary Zimmerman, für die Schwarz komponiert hat. Die Musik für die anderen beiden schrieb er mit Michael Bodeen und Miriam Sturm. Wie schon auf seinen Solo-Alben deutet sich hier die enorme musikalische Spannweite dieses Musikers an, der in den drei traumartig schwebenden Scores auf diesem Album vor allem klassische indische mit europäischer „ernster“ Musik verbindet.

 

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