Alle Jahre wieder…


… treffen sich Skateboard-Fans im Juli am Schlachthof (dieses Jahr am 7.7.)  – das war schon vor zehn Jahren so:

taz Bremen 28.6.2002

Herrgott am Skateboard

Rollen-Rebellion: Am Samstag treffen sich alte und neue Skater beim Festival Endless Grind – die Musik kommt nicht nur vom Plattenteller

Eine jede Kunst hat ihre Epochen, durchläuft Frühphasen, erreicht einen Zenith, der später für gewöhnlich Klassik genannt wird, verliert an Bedeutung und wird vielleicht später neu entdeckt und umgeformt.

Natürlich ist es auch beim Skateboard-Fahren so. In den frühen Siebzigern entwickelt, weil leidenschaftliche Surfer auch ohne Meer, Wellen und Wind ihrem Sport frönen wollten, weshalb sie sich Rollen unter die Surfbretter schraubten. Daraus entwickelte sich das Skateboard mit seiner eigenen Fahrweise, eigenen Tricks und einem entsprechenden Lifestyle.

Dass Skaten in Ermangelung anderer Orte nicht selten an solchen stattfinden musste, wo es eigentlich verboten war, verlieh dieser Forbewegungsart den Hauch der Rebellion, der in den Achtzigern so herrlich zu schnellem, rebellischem Punkrock und Hardcore sowie wenig später auch zum radikalen Flügel des Speedmetal passte – und umgekehrt. Suicidal Tendencies sangen „Possessed To Skate“, die Spermbirds zogen nach mit „My God Rides A Skateboard“. Das war die Blütezeit des Skatens, die Klassik also, auf die beim Endless Grind Bezug genommen wird.

Jedes Jahr treffen sich dort Leute, in deren Jugend Rollerblades noch Rollerskates oder Rollschuhe hießen. Sie haben Bretter dabei, die heute gar nicht mehr gebaut werden, mit „Nose“ und „Tail“ – also mit richtig vorn und hinten -, und wahrscheinlich kommt auch wieder der sympathische ältere Herr mit dem Longboard vorbei, und es wird sein Punkrock und Sonnenschein (so der Gott mit dem Skateboard, wenn es denn doch einen geben sollte, will).

Um der musikalischen Vielfalt Genüge zu tun, ist zusätzlich zur Musik vom Plattenteller auch noch eine Band gebucht, die der Thrash-Legende Slayer ein Denkmal setzt: „Hanns-Martin Slayer“, die sich aus Ehemaligen norddeutschen Hardcore-Bands wie Feedback Recycling, Hypocritical Society, Harmonizer, Mutant Gods und anderen zusammensetzen.

Auch für Nicht-Skater eine feine Sache, umsonst und außerdem auch noch draußen.

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