Missing the trains…


CHRIS WATSON – ‚El Tren Fantasmo‘

Züge – vor allem alte – haben als Reisemittel einen Charme, den höchsten noch entsprechende Autos ab und an erzielen können. Schon der Klang ist Musik, das rhythmische Rattern der Räder (in zahllosen Songs besungen – „and the rhythm of the wheels is all they feel“ („City Of New Orleans“)), Fenster, die man öffnen kann, um nächtliche und andere Landschaften vorbeiziehen zu sehen, dem Bauern am morgendlichen Felde den Gruß zu entbieten, unter den schwarzen Kulissen der Alpen oder anderer Gebirge entlangzufliegen und die Sterne zu sehen… Ich gerate ins Dichten. Glatt wie Chris Watson (bekannt von Cabaret Voltaire und dem Hafler Trio), der allerdings vermittels Field Recordings und Tonbearbeitungsgerät eine Poesie daraus entwickelt hat, die fast ganz ohne Worte auskommt. Nur am Anfang werden wir begrüßt zur Fahrt mit diesem Geisterzug, der von Los Mochis nach Veracruz Mexiko durchkreuzt. Durchkreuzte. Deshalb Geisterzug. Ein wunderschönes Epitaph auf den Zug – gewissermaßen in seinen eigene Worten.

 (erschienen bei Touch)

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