Vor zehn Jahren


im Bremer besprochen – und eigentlich auch heute noch durchweg hörenswert:

FUGAZI

The Argument

DISCHORD/EFA

Ihr neues Album zeigt Fugazi im steten Bestreben, ihre Musik zu erweitern. Darum geht es ihnen: um die Arbeit an (und für) sich und an der Musik. „The Argument“ ist wohl die musikalisch offenste Platte der Band, einmal abgesehen von dem skizzenhaften Soundtrack „Instrument“. Die immer etwas spröde klingenden Songs nach wie vor – wenn auch maßvoll – verschachtelt, hier nun mit mehr Frei- und Ruheräumen, in denen dann beispielsweise eine hübsche Melodie gepfiffen werden kann. Dabei ist die neue Fugazi natürlich keineswegs eine Pop-Platte, sondern bei aller Vielseitigkeit in einem beinahe nüchternen Ton produziert. Fugazi und sich anbiedern? Nie! Die letzten Worte dieses Albums sind: „I’m on a mission to never agree / here comes the argument“.

Gleichzeitig erschienen: Eine Single mit drei Songs, teils schon etwas älteren Datums aber erst kürzlich aufgenommen, die stilistisch nicht aufs neue Album passten.

 

ISOLATION YEARS

Inland Traveller

STICKMAN/INDIGO

Von verzerrten Gitarren haben sie genug: Isolation Years aus der schwedischen Hardcore-Hochburg Umeå ziehen sich lieber in das rote Haus zurück, das auf dem Cover ihres ersten Albums abgebildet ist, und nehmen in aller Ruhe eine wunderschöne, beinahe rustikale Musik auf, von der Form her Pop, aber mit einem ausgeprägten Sinn für traditionelle Instrumentierungen. Akkordeon, akustische Gitarren, strahlende Bläsersätze – alles klingt warm, analog, organisch, gewissermaßen. „Inland Traveller“ atmet eine Ruhe, wie sie in der selbst gewählten Isolation gedeihen mag, die es ermöglicht, sich ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren, das hier natürlich die Songs sind. So abgehangen wie Soundtrack Of Our Lives, so geschmackvoll wie das Bear Quartet, beides übrigens auch schwedische Bands; fast als läge es dort in der Luft.

 

THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY

A New Morning, Changing Weather

BURNING HEART/CONNECTED

The (International) Noise Conspiracy will es nach wie vor wissen. „A New Morning, Changing Weather“ enthält zwölf Stellungnahmen zum Zustand der Welt und den in ihr lebenden Menschen. Freiheit – was ist das? Reform oder Revolution? Ist die New Economy wirklich so neu?

Sei es Staffage oder Idealismus: Die Noise Conspiracy sorgt immerhin dafür, dass auch in der Musikpresse zumindest unter anderem über ihre Themen gesprochen wird. Für ihre optische wie klangliche Nähe zu den aufgelösten Make Up wurden sie nicht selten gescholten. Dabei ist die Noise Conspiracy vor allem in konservierter Form das unterhaltsamere Unternehmen. Mitreißender Sixties-Garage-Punk mit Bläsersätzen aufgepeppt, raue, knappe Songs, die vor allem anderen rocken.

 

Short Cuts

HARMFUL – Wromantic (BMG) Wie die späten Helmet haben Harmful nun die hohe Kunst des Songwriting entdeckt: Elvis Costello als Bezugspunkt für neue Inspiration. Zwar klingt „Wromantic“ hart erarbeitet, aber eine gewisse Leichtigkeit ist neu in den immer noch schweren Rock-Songs. Harmful sind nach wie vor keine Schmeichler. Trotzdem klingen sie versöhnlicher als je.

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