Vor fünf Jahren


… gastierte der wunderbare Felix Gebhard mit seiner Band Home Of The Lame in Bremen. Anlass für eine Kurzkritik in der taz:

Ausgerechnet hier

Wenn junge Männer sich mit ihrer Gitarre auf die Bühne stellen, haben sie etwas mitzuteilen. Wenn man Glück hat, geht es nicht bloß darum, dass sich der Musiker in Selbstmitleid suhlt. Bei Flo Fernandez, der den Freitagabend im Römer eröffnete, hielt sich das Glück in Grenzen. Was in den Texten durchschimmerte, ließ sich unter „kreative Kontaktanzeigen“ verbuchen.

Bei Home Of The Lame sah das schon anders aus. Die Band existiert in der aktuellen Besetzung noch nicht lange. Gleichwohl klang ihr Set gut abgehangen. Auch Felix Gebhardts Songs hängen romantischen Idealen nach, durchwachten Nächten, fernen Freundschaften. Aber sie rühren durch ihre Direktheit ebenso an wie durch ausgewogene Kompositionen. Dass er dabei sehr amerikanisch klingt, sich an Country und Folk Rock orientiert und auf Englisch textet, wirkt dabei nie aufgesetzt.

In langen Jahren hat sich Gebhardt das Genre vom Punk kommend erarbeitet. Evan Dando (Lemonheads) ist im Hintergrund ebenso zu hören, wie Country-Rock-Ikone Gram Parsons. Überwiegend spielten Home Of The Lame die Songs des empfehlenswerten aktuellen Albums „Here, Of All Places“. Mit „The Kids Are Alright“ von The Who entließ die Band ihr Publikum in die Independent-Disco, die beim letzten Ton übergangslos einsetzte – nicht schön, aber das ist eine andere Geschichte.

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