Vor zehn Jahren (aus Bremer 11/00)


DON CABALLERO – American Don (TOUCH & GO/EFA)

Eine noch einmal weitergetriebene, verfeinerte Variante des instrumentalen Rock von Don Caballero, die in dem weit verzweigten Chicagoer Prog-Rock-Kosmos zuhause sind, dem auch Shellac entstammen, deren Steve Albini „American Don“ im Raum A seines Electrical Audio Studios produziert hat. Die nebenher auch noch im Schmieden von Songtiteln („The Peter Criss Jazz“, „Haven’t Lived Afro Pop“) nicht untalentierten Herren schwelgen wie auf „What Burns Never Returns“ vor zwei Jahren auch hier wieder, so selbstverständlich es nur eben geht, in Komplexität, entfernen sich dabei weiter und weiter von ihren metallischen Ursprüngen, verzwirbeln neckisch die Enden ihrer ausladenden, nie zerfasernden, unverkennbaren Don Caballero-Kompositionen, die über die Jahre immer schöner wurden und auf „American Don“ nunmehr nur noch selten Gefahr laufen, durch unvorhersehbare Ausbrüche zu verstören, auch wenn hier im Finale dann nichtsdestotrotz harsch hingelangt wird. Kaum nötig anzumerken, dass hier ganz Außergewöhnliches geschieht, von großer Finesse und auf dem erwartungsgemäß hohen Verstiegenheitsniveau.