Vor zehn Jahren – continued


THE WEAKERTHANS

Left And Leaving

B.A./INDIGO

THE BEAR QUARTET

My War

A WESTSIDE FABRICATION/INDIGO

Zwei Bands, die unaufdringlich freundliche Songs spielen. Zwei Bands, die ganz ohne klangliche Offensive auskommen, ohne den Drang, eine musikalische Revolution anzuzetteln, auch wenn sie beide mit einer politischen Revolution durchaus sympathisieren mögen. Die Weakerthans aus Kanada sind immer noch eine Punkband, so wie Jawbreaker eine waren. Ihre Songs haben manchmal laute Gitarren, wenn auch schon lange nicht mehr so viele wie auf „Fallow“. Und wie Jawbreaker erzählen sie Geschichten, in denen ganz profane Dinge verhandelt werden, wie das, was eine 40 Stunden-Woche aus einem so machen kann, Songs, in denen signierte Slayer-T-Shirts und Freunde, die längst fortgegangen sind, tragende Rollen spielen. Und manchmal zitieren sie gar aus Marx und Engels.

Das schwedische Bear Quartet lässt es sich zwar nicht nehmen, auf „My War“ sogar ausgerechnet den Opener elektronisch zu verfremden, spielt ansonsten aber im Grunde Folk und verlässt sich auf ein klassisches Instrumentarium. Auch hier werden melancholische Raisonnements vorgelegt, in denen die Verhältnisse nicht nur vorkommen sondern auch Gegenstand sind. „You say the check’s in the mail/I hope it’s not too late/food, food must be paid“, singt Mattias Alkberg in „I Can Wait“. Eine ganz diesseitige Sorte von Songwritertum, die nicht zuletzt aus der Ablehnung der Verhältnisse – nicht der Flucht vor der Realität – ihre Schönheit gewinnt.

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